Mafrasch und Jajim

Mafrasch und Jajim
Textile ("Alltags")Kunst vom Kaukasus bis Chorassan
Ausstellung vom 8.6. bis 3.7.99 in der Galerie Galerie KELIM Logo

Mafrasch Seitenteil Mafrasch Seitenteil Mafrasch Seitenteil
Mafrasch sind die Truhen und Transportbehälter der umherziehenden Stämme
des Kaukasus und Nord-West-Persiens. Häufig werden sie auf Grund ihrer Form
mit Kinderwiegen verwechselt. Auf Grund der natürlichen Ressourcen und der
notwendigen Mobilität wurden sie meist in Schlitzkelim- oder Sumaktechnik
mit Wolle gewebt. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden meist nur Naturfarben
verwendet. Obwohl die Mafrasch ein Gegenstand für den alltäglichen Gebrauch
waren,schuf die Weberin oft ein wahres "Kunstwerk" an Farben und Formen.
Dabei war sie streng eingebunden in die Mustertradition des jeweiligen Stammes.
Erst in den letzten Jahrzehnten fand die Mafrasch ihren Weg ins Sammlerherz.
Daher freue ich mich, hier mehr als 20 Beispiele aus zwei Sammlungen
präsentieren zu können. Dabei wird auch eine geknüpfte
Schasavan-Mafrasch
erstmals gezeigt.
Jajim Jajim Jajim
Jajim sind in schmalen Bahnen gewebte Streifenkelims. Meist wurden fünf Bahnen
zusammengenäht und als Tisch- oder Ofendecke verwendet. Natürlich waren sie
auch zum Bedecken im Haushalt geeignet. Diese Kelimart war, wenn auch unter
verschiedenen Bezeichnungen, im gesamten vorderen und mittleren Orient in
Gebrauch. Für mich sind die Jajim seit vielen Jahren eines der (noch)
stark unterschätzten Flachgewebe; unverständlich bei all der Vielfalt,
Feinheit und Schönheit, die diese scheinbar so einfachen Kelims zeigen.
Zu sehen sind 20 Beispiele vor allem aus Nordostpersien (Chorassan), aber auch
anderen Regionen Persiens. Muster und Formen (manchmal eindeutig z.B.
Schlangen und Menschen) sind bis heute kaum erforscht. Die meisten
Streifenkelims wurden wegen ihrer fein gesponnenen Wolle und der alten
Naturfarben aufgetrennt und zu Replikationen von Sumaktäschchen und
ähnlichem verwendet. Auch als Reparaturwolle sind sie noch immer
stark gefragt und gehen so mehr und mehr verloren...
So löst sich Textilkultur sprichwörtlich auf.

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