« Ausstellungen seit 1999 »    © Galerie KELIM

16. Sept. - 04. Nov. 2008

"HEYBE - YASTIK - CUVAL ..."

Textilkunst aus dem Alltag der Nomaden

H

HEYBE, Zentral-Anatolien, Konya, im 19. Jh. geknüpft
Front und Rückseite
127 x 51 cm

HEYBE, in Leder gefasst, Nordwest-Anatolien,
Front und Rückseite,
Ende 19. Jh von Yagcebedir geknüpft
115 x 45 cm

YASTIK, Zentral-Anatolien, Kecimusine,
Anfang 20. Jh geknüpft
106 x 51 cm

YASTIK, Zentral-Anatolien, Region Konya,

19. Jh. geknüpft, 100 x 60 cm

CUVAL, Südwest-Anatolien, Taurus, (Front und Rückseite)

im 19. Jh. gewebt, 115 x 75 cm


CUVAL, Süd-Anatolien, Taurus, Region Muth, (Front und Rückseite)

im 19. Jh. gewebt, 130 x 93 cm

Heybe, Yastik, Cuval...

Textilkunst aus dem Alltag der Nomaden

16. Sept. – 4. Nov. 2008 - Galerie KELIM, Würzburg, Büttnerstr. 25

Heybe, Yastik, Cuval und andere Web- und Knüpfarbeiten sind aus dem Leben eines Nomaden nicht wegzudenken. Für den täglichen Gebrauch wurde vieles aus der vorhandenen Schafwolle und Ziegenhaar hergestellt.
Für die Mobilität der Nomaden waren der Transport und die Vorratshaltung in textilen Behältern die ideale Lösung. So diente die Heybe (Doppeltasche) zum Transport von kleineren, wichtigen Dingen auf Pferd oder Esel.
Der Cuval (Schmucksack) wurde zum Transport und zur Vorratshaltung von Getreide, anderen Feldfrüchten, zum Aufbewahren von Textilien, Kleidung und allem Möglichen benutzt.
Der Yastik (Sitzkissen) wurde ausgestopft zum Sitzen verwendet, oder war als kleiner Vorratssack nützlich.
Neben der Nützlichkeit war auch die Schönheit der Behältnisse wichtig.
Hier konnte die Frau ihr Können zeigen und ihr Umfeld kreativ gestalten und schmücken.

Die Web- und Knüpfarbeiten der einzelnen Stämme unterscheiden sich in der Farbwahl, im Muster und der Struktur deutlich. Fast alles ist von jahrhundertealten Traditionen vorgegeben, so dass man viele Stücke auch heute noch einzelnen Stämmen und Regionen ziemlich genau zuweisen kann.

Die zahlreichen Exponate stammen vorwiegend aus dem gebirgsreichen Anatolien. Dort hatte sich das Nomadentum noch besonders lang erhalten.
Heute gibt es noch Halbnomaden, die mit ihren Tieren im Sommer auf die Yayla in die Berge ziehen und im Herbst zur Kisla (Winterquartier) zurückkehren. Dabei sind die Textilien immer noch besonders nützlich, auch wenn viele Behältnisse schon durch synthetische und leichtere Materialien abgelöst wurden.
Die Nomadenzeiten sind vorbei. Darum gibt es auch diese kunstvoll gearbeiteten Behältnisse nur noch selten, sie werden nicht mehr benötigt und sind verbraucht.

Die meisten wunderschönen Arbeiten der Ausstellung stammen aus dem 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts und sind von Nomadenfrauen gefertigt worden. Ergänzend sind auch Gebrauchstextilien anderer Nomadenvölker aus Persien, dem Kaukasus, Turkmenistan und Afghanistan zu sehen.

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