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17. Februar - 20. März 2004  TÜLÜ - Hochflorteppiche aus Zentral-Anatolien

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Schachbrett Tulu


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TÜLÜ -
Hochflorteppiche aus Zentral-Anatolien

Seit Urzeiten schliefen die Menschen auf zusammengenähten Fellen bis es ihnen gelang Wolle in Gewebe einzuknüpfen und einen größeren, gleichmäßigen Schafteppich herzustellen. Dieser Ursprung ist bei den Tülüs aus der Region Karapinar, östlich von Konya, deutlich zu erkennen.
Der Name "TÜLÜ" wird vom türkischen Wort "Tüylü" abgeleitet, was ungefähr "gefedert" bedeutet - Aussehen und Gebrauch beschreibend.
Oft wirken sie wie ein übergroßes Schaffell, lebendig durch die natürlichen Schattierungen der wunderbaren weißen, beigen oder braunen Wolle. Seltener wird gefärbte Wolle verwendet und die Symbole sind im Gegensatz zu normalen Teppichen viel spärlicher.
Tülüs wurden nur für den persönlichen Gebrauch hergestellt. Sie waren somit keinerlei Zwängen und Moden des Marktes unterworfen. Daher erhielt sich durch die Jahrhunderte bis in die Gegenwart in den Tülüs archaische, uralte Symbolik, deren Bedeutung weitgehend unbekannt, deren Power aber auch für den "Abendländer" deutlich zu spüren ist.
Durch den hohen Flor mit der samtenen Schafwolle ist der Teppich ideal zum Schlafen geeignet. Manchmal wurde auch Mohair-Ziegenhaar oder ganz selten Kamelhaar mitverwendet. Nartürlich waren diese Gebrauchsteppiche im Alltag vielfältigst auch anderweitig verwendbar: Als Teppich für den Zelteingang, Pferdedecke, übers Sofa oder als Wandbehang zum Schutz gegen Kälte, Hitze oder Feuchtigkeit. Kleinere Tülüs dienten als Kissen, Schlafunterlage für Kinder oder Gebetsteppich.
In der Ausstellung präsentieren mehr als 35 Tülüs die zeitlose Ästhetik dieser erstaunlich modernen Teppiche. Das älteste Stück dieser Ausstellung ist ein rot-blauer "Schachbrett-Tülü", entstanden um 1860. Die meisten anderen Exponate sind ca. 50 Jahre und älter. Sie zeigen, daß sich die "Tülükultur" bis weit ins 20. Jahrhundert hinein erhalten hat.