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Gewebt - Gewirkt

Antike Meisterwerke kaukasischer Webkunst

Ausstellung vom 16. April bis 12. Mai 2002

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Kaukasische Tasche

 
Kaukasisches Flachgewebe


Shasavan Mafrasch
  
azeri


shasavan

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Die Flachgewebe des Kaukasus umfassen die Erzeugnisse der Volksgruppen, die im Staatsgebiet der 3 früheren Sowjetrepubliken Aserbaidschan, Georgien, Armenien und Daghestan und den angrenzenden Staaten (Türkei und Persien) siedeln.

Die gezeigten Exponate entstanden hauptsächlich in Daghestan (Nordkaukasus) und Aserbaidschan (Südkaukasus). Die Galerie Kelim hat dieser weitgehend unbekannten Textilkunst der kaukasischen Völker diese Ausstellung gewidmet, wobei die politischen Ereignisse in dieser Region das Entstehen dieser Sammlung nachhaltig beinflussten.

Mit dem Referendum vom 21. Dezember 1991 in Almaty/Kasachstan entliess Moskau 11 ehemalige Sowjetrepubliken in die Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS).
Die Loslösung von Moskau bedeutete für die zentralasiatischen Staaten Turkmenistan, Usbekistan, Kasachstan, Tadschikistan und Kirgisien die absolute wirtschaftliche und politische Eigenständigkeit. Die früheren kaukasischen Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan schlossen sich dem Referendum an, während Georgien und andere kleinere Republiken mit der Option späterer Unabhängigkeit noch in der russischen Föderation verblieben. Für die Staaten Zentralasiens bedeutete dies nur den katastrophalen ökonomischen Kollaps. 

Der politische Wandel führte im Kaukasus neben dem wirtschaftlichen Niedergang zu heftigen kriegerischen Auseinandersetzungen, die im Tschetschenien-Desaster noch heute andauern. wirtschaftlichen Verhältnisse zu verbessern. Staatsgrenzen spielten dabei keine Rolle. Der Blick nach dem Westen, also der Türkei, versprach den persönlichen wirtschaftlichen Aufschwung. So kam es, dass ab 1992 in Istanbul die Zahl der Bürger der ehemaligen Sowjetrepubliken ständig zunahm. In den Stadtvierteln von Aksaray und Laleli leben heute bis zu einer halben Million dieser modernen „Wandernomaden“.

In den Hotels und sog. russischen Märkten Istanbuls wird alles verkauft, was Zentralasien und der Kaukasus zu bieten hat. Für den Kenner der zentralasiatischen und kaukasischen Textilkunst waren die Jahre von 1992 - 1999 eine unendliche Fundgrube. Es tauchten dabei bislang unbekannte Textilien auf, die in Qualität und Originalität als einzigartig zu bezeichnen sind. Die Exponate dieser Ausstellung befinden sich ausnahmslos in einem erstklassigen Zustand, also in „german condition“. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie volkskundlich gesehen als zu jung einzustufen sind. Folgen wir doch mit dieser Meinung dem renommierten Sammler Ignazio Vok, wenn er sagt: „Es ist nicht alles Gold, was vor 1800 gewebt wurde, und nicht alles zum Abtun, was aus der Zeit um 1900 und danach erhalten blieb“

Hos geldiniz und herzlich willkommen

Werner Brändl